
NAD+.
500 mg
64,90 €inkl. MwSt., zzgl. Versand
Laborgeprüft· Charge PP-NAD-2601
Forschungsbereiche: Energie
Nur für Forschungszwecke. Nicht zur Anwendung an Menschen oder Tieren bestimmt.
Nicotinamidadenindinukleotid, oxidiertes Redox-Coenzym
Über NAD+
NAD+ ist die oxidierte Form des Coenzyms Nicotinamidadenindinukleotid. Es ist kein Peptid, sondern ein Dinukleotid und zentraler Elektronenakzeptor in Stoffwechsel- und Redoxreaktionen, das Redoxpaar NAD+/NADH ist wesentlich für Glykolyse, Citratzyklus und ATP-Bildung.
Daneben dient NAD+ als Substrat für Enzyme wie Sirtuine, PARPs und CD38. Direkte NAD+-Gabe ist nicht mit den Vorstufen Nicotinamid-Ribosid (NR), Nicotinamid-Mononukleotid (NMN), Niacin oder mit der reduzierten Form NADH gleichzusetzen.
Warum NAD+ erforscht wird
NAD+/NADH transportiert Elektronen und verbindet Nährstoffabbau mit mitochondrialer ATP-Produktion. NAD+-verbrauchende Enzyme verknüpfen den Stoffwechsel mit DNA-Reparatur, Entzündung und Zellstress, und veränderte NAD-Pools werden bei Alterung und mehreren Erkrankungen beobachtet.
- Energie- und Redoxstoffwechsel
- DNA-Reparatur und Stressantwort
- Alterungs- und Krankheitsbiologie
Kurzprofil
- Produktinhalt
- 500 mg
- Form
- lyophilisiertes Pulver, oxidierte NAD+-Form
- Wissenschaftlicher Name
- β-Nicotinamidadenindinukleotid, Nadid
- Stoffklasse
- Dinukleotid und Coenzym, kein Peptid
- Summenformel
- C21H27N7O14P2
- Molekülmasse
- ca. 663,43 Da (wasserfreie freie Form)
- CAS-Nummer
- 53-84-9 (β-NAD+, oxidiert)
- Zielsysteme
- Redox-Cofaktor, Substrat u. a. für Sirtuine, PARPs, CD38
- Forschungsstatus
- direkte Humanstudien vorhanden, kein einheitliches Programm
- Zulassung
- keine FDA- oder zentrale EMA-Zulassung
- Reinheit und Identität
Studienlage
Die biologische Bedeutung körpereigener NAD+-Pools ist sehr gut belegt, die Evidenz für direkt verabreichtes NAD+ ist dagegen klein und stark formulationsabhängig. Ein einzelnes randomisiertes RCT bei ischämischer Kardiomyopathie erreichte einen LVEF-Surrogatendpunkt, Replikation, große Studien, robuste patientenrelevante Endpunkte und eine Zulassung fehlen. Viele populäre Aussagen stammen aus Tiermodellen oder aus Studien mit NR/NMN.
Meistzitierte Studien
Grant et al. · 201911 gesunde Männer, randomisierte Pilot-PK-Studie, 750 mg NAD+ über sechs Stunden oder Kochsalz
Plasma-NAD+ und mehrere Metaboliten stiegen erst am Ende der Infusion deutlich an, NAD+ und Methylnicotinamid wurden vermehrt im Urin ausgeschieden. Der grundlegende Humanbeleg für die metabolische Verarbeitung einer langsamen IV-Infusion ist aber kein Wirksamkeits- oder belastbarer Sicherheitsnachweis.
Yu et al. · 2025180 Erwachsene mit ischämischer Kardiomyopathie, prospektiv, randomisiert, placebokontrolliert, sieben Tage 10 mg NAD+ i.v.
Nach einem Monat lag die LVEF bei 45,44 gegenüber 42,44 Prozent (p=0,024), der zusammengesetzte klinische Sechsmonatsendpunkt war mit 14,6 gegenüber 24,7 Prozent nicht signifikant. Das ist der stärkste direkte Wirksamkeitstest, aber single-center, kurz behandelt, ohne verblindete Replikation und ohne gesicherten Vorteil bei harten Endpunkten.
Reyna et al. · 2026Retrospektive Chart-Review, sechs Personen mit IV-NAD+ und acht mit IV-NR
Alle sechs NAD+-Empfänger berichteten während der Infusion moderate bis schwere Beschwerden wie Bauchkrämpfe, Übelkeit oder Brustdruck, die nach Infusionsende endeten. Der aktuelle Tolerabilitätshinweis ist wegen nur sechs Fällen, fehlender Randomisierung und kommerziellem Setting kein belastbarer Sicherheits- oder Nutzennachweis.
Gesamtfazit
NAD+ ist ein fundamentales Coenzym mit sehr starker mechanistischer Bedeutung für Redoxstoffwechsel, ATP-Produktion und NAD+-verbrauchende Enzyme. Daraus folgt jedoch nicht, dass externe NAD+-Infusionen, Injektionen oder orale Produkte Energie, Kognition, Regeneration, Leistungsfähigkeit oder Lebensspanne beim Menschen verbessern. Direkte Humandaten bestehen aus kleinen PK- und Tolerabilitätsarbeiten, einem positiven, aber nicht replizierten Herzinsuffizienz-RCT mit Surrogatendpunkt und formulationsspezifischen frühen Studien. Für allgemeine Anti-Aging- oder Wellness-Anwendungen fehlen robuste klinische Wirksamkeit und Langzeitsicherheit.
Recherche-Stichtag 31. August 2026. Diese Übersicht ist eine Evidenzeinordnung, keine Empfehlung zur Anwendung oder Dosierung.
