HPLC zeigt, wie rein ein Peptid ist. LC-MS zeigt, ob es das richtige Peptid ist. Die erste Methode trennt eine Probe in ihre Bestandteile, die zweite misst zusätzlich die Masse der Moleküle. Erst beide zusammen ergeben eine brauchbare Identitätsprüfung. Dieser Artikel erklärt, was die Werte bedeuten und was sie nicht zeigen.
Was welche Methode leistet
| Frage | Methode | Ergebnis |
|---|---|---|
| Wie rein ist die Probe? | HPLC | Flächenanteil des Hauptpeaks in Prozent |
| Ist es das richtige Molekül? | LC-MS oder andere Massenspektrometrie | Gemessene Masse im Abgleich mit der erwarteten |
| Stimmt die Reihenfolge der Bausteine? | MS/MS | Bruchstücke im Abgleich mit der Sequenz |
| Welche Verunreinigungen liegen vor? | HPLC, LC-MS | Nebenpeaks und ihre Massen |
| Wie viel Peptid steckt im Pulver? | Aminosäure- oder Elementaranalyse | Netto-Peptidgehalt in Prozent |
HPLC: Trennung und Reinheit
HPLC steht für Hochleistungsflüssigkeitschromatographie. Die Probe wird durch eine Trennsäule geleitet, ihre Bestandteile treten zu unterschiedlichen Zeiten wieder aus. Ein UV-Detektor erfasst die Peptidbindungen, meist bei etwa 210 bis 220 Nanometern. So entsteht ein Chromatogramm, eine Kurve mit Spitzen, den Peaks. Der Hauptpeak ist die Zielsubstanz, kleinere Peaks stehen für Verunreinigungen.
Die Reinheit ergibt sich aus dem Flächenanteil des Hauptpeaks an allen Peaks. Typische Verunreinigungen sind Ketten, denen ein Baustein fehlt, zu kurze Ketten und Peptide, an denen bei der Herstellung Schutzgruppen hängen geblieben sind.
Eine Angabe wie 99 Prozent gilt nur für das, was die Methode trennt und erfasst. Läuft eine Verunreinigung zeitgleich mit der Zielsubstanz durch die Säule, kann sie im Hauptpeak verborgen bleiben. Welche Substanz der Hauptpeak ist, sagt HPLC allein ebenfalls nicht.
LC-MS: die Identitätsprüfung über die Masse
LC-MS koppelt die Trennung mit einem Massenspektrometer. Dieses misst das Verhältnis von Masse zu Ladung der Moleküle. So lässt sich prüfen, ob die gemessene Masse zur erwarteten Masse des Peptids passt. Bei BPC-157 wären das ca. 1.419,5 g/mol. Auch ähnliche Varianten lassen sich so unterscheiden, zum Beispiel CJC-1295 mit und ohne DAC.
Die Masse bestätigt die Summe der Bausteine, nicht ihre Reihenfolge. Dafür gibt es MS/MS: Die Moleküle werden im Gerät in Bruchstücke zerlegt, und die Bruchstücke werden mit der erwarteten Sequenz abgeglichen. So lässt sich auch zeigen, an welcher Stelle eine Veränderung sitzt. Steht MS/MS nicht im Zertifikat, wurde die Reihenfolge nicht eigens belegt.
Reinheit ist nicht Inhalt
99 Prozent Reinheit heißt nicht, dass das Pulver zu 99 Prozent aus Zielpeptid besteht. Wasser und Salze zeigt die HPLC-Messung gar nicht. Viele Peptide ziehen Feuchtigkeit an und liegen nach der Reinigung meist als Salz vor, oft mit Trifluoressigsäure (TFA) als Gegenstück.
Den tatsächlichen Anteil beschreibt der Netto-Peptidgehalt. Er wird per Aminosäure- oder Elementaranalyse bestimmt und kann auch bei sehr reinen Peptiden unter 100 Prozent liegen. Fehlt er auf einem Zertifikat, sagt das Dokument nichts über diesen Punkt aus.
So liest du die Werte im Zertifikat
- Methode: Steht bei der Reinheit, womit gemessen wurde? Eine Zahl ohne Methode ist wenig wert.
- Chromatogramm: Ist die Kurve beigefügt, siehst du Hauptpeak und Nebenpeaks selbst.
- Masse: Stehen erwartete und gemessene Masse nebeneinander? Ein Massenspektrum ist der bessere Beleg als ein bloßes „bestätigt“.
- Charge und Datum: Chargennummer und Etikett müssen übereinstimmen, das Prüfdatum muss zur Charge passen.
- Labor: Steht dort, wer gemessen hat? Eine Analyse des Herstellers ist etwas anderes als die eines unabhängigen Labors.
Mehr zum Aufbau des Dokuments steht unter Was ist ein Peptid-COA?, die Prüfung eines Anbieters unter Forschungspeptide kaufen: seriösen Shop erkennen.
Grenzen und Einordnung
Eine Analyse beschreibt nur die geprüfte Charge. Sie sagt nichts über andere Chargen aus und nichts darüber, wie ein Fläschchen später gelagert wurde. Keine dieser Methoden trifft eine Aussage über Wirkung oder Sicherheit. Sie beschreiben ausschließlich die chemische Beschaffenheit.
Bei PeptidProfi hat jede Charge eine eigene Nummer. Zu jeder Peptid-Charge liegt eine chargenbezogene Herstelleranalyse vor, die intern bleibt. Ausgewählte Chargen gehen zusätzlich an ein unabhängiges Labor, dieses Ergebnis veröffentlichen wir mit Verifikationslink. Den Stand je Charge zeigen die Laboranalysen, den Ablauf erklärt die Seite Qualität. Die Produkte sind ausschließlich für Forschungszwecke bestimmt und nicht zur Anwendung am Menschen.
Quellen
- Net content and purity, Iris Biotech (Reinheit, Netto-Peptidgehalt, TFA, Verunreinigungen)
- What is peptide purity?, LifeTein (Messung, Grenzen der Prozentangabe)
- QC standards for peptide synthesis, LifeTein (HPLC, MS, Netto-Gehalt)
- LC-MS/MS Identification of Impurities in Synthetic Peptide Drugs, Almac (Sequenz und Bruchstücke per MS/MS)
