Retatrutide: Forschungsstand, Zulassung und „GLP-3“.

Stand: 02.11.2026

Retatrutide, Entwicklungsname LY3437943, ist ein synthetisches Peptid des Pharmaunternehmens Eli Lilly, das gleichzeitig an drei Rezeptoren bindet: GLP-1, GIP und Glukagon. Es befindet sich in klinischen Phase-3-Studien und ist bislang von keiner Arzneimittelbehörde zugelassen, eine Zulassung wird laut Fachpresse frühestens 2027 erwartet. Einen Stoff oder ein Hormon namens „GLP-3“ gibt es nicht, das ist nur ein Spitzname im Handel. Diese Seite ordnet den Forschungsstand ein und zeigt, woran du Retatrutide als Forschungsmaterial erkennst. Sie macht keine Aussagen zur Anwendung am Menschen.

Retatrutide im Steckbrief

MerkmalAngabe
NameRetatrutide (deutsch auch Retatrutid)
EntwicklungsnameLY3437943
EntwicklerEli Lilly
Stoffklassesynthetisches Peptid, Triple-Rezeptoragonist
RezeptorenGLP-1R, GIPR und GCGR (Glukagon-Rezeptor)
Molekülmasseca. 4.731,33 Da
CAS-Nummer2381089-83-2
Statusklinischer Prüfstoff, Phase 3, nicht zugelassen
Form als Forschungsmateriallyophilisiertes (gefriergetrocknetes) Pulver im Fläschchen

Molekülmasse und CAS-Nummer sind die beiden Angaben, mit denen du Retatrutide eindeutig von anderen Peptiden unterscheidest. Sie tauchen auch auf einem Analysezertifikat auf, dazu unten mehr.

Was bedeutet „Triple-Agonist“?

Ein Agonist ist ein Molekül, das an einen Rezeptor andockt und ihn aktiviert, also wie ein passender Schlüssel in einem Schloss. Bei Peptiden aus diesem Forschungsfeld unterscheidet man nach der Zahl der Rezeptoren, an die ein Molekül gleichzeitig bindet:

TypAnzahl RezeptorenRezeptoren
Mono-Agonist1GLP-1R
Dual-Agonist2GLP-1R und GIPR
Triple-Agonist3GLP-1R, GIPR und GCGR

GLP-1 und GIP sind körpereigene Peptidhormone aus dem Darm, die sogenannten Inkretine. Glukagon ist ein Hormon der Bauchspeicheldrüse. Retatrutide ist ein Triple-Agonist und damit ein Molekül, das an alle drei Rezeptortypen bindet. Welche Rolle der zusätzliche Glukagon-Anteil spielt, ist eine der Fragen, die in der laufenden Forschung untersucht werden.

„GLP-3“, „Reta“, „Triple G“: was hinter den Namen steckt

Im Handel und in Foren taucht Retatrutide unter mehreren Spitznamen auf, am häufigsten als „GLP-3“. Der Name ist irreführend: Ein Hormon GLP-3 oder eine Wirkstoffklasse dieses Namens gibt es nicht. Die „3“ spielt nur auf die drei Rezeptoren an. Auch „Triple G“ oder „Reta“ sind keine wissenschaftlichen Bezeichnungen.

Für dich als Käufer heißt das:

  • Auf dem Etikett sollte „Retatrutide“ stehen, gegebenenfalls ergänzt um LY3437943. Ein Fläschchen, das nur „GLP-3“ heißt, sagt nicht eindeutig, was drin ist.
  • Im Analysezertifikat sollte die gemessene Molekülmasse zu etwa 4.731 Da passen. Weicht sie deutlich ab, ist es ein anderes Molekül.
  • Bei Fantasienamen mit Zahlen oder Zusätzen wie „2.0“ oder „Prime“ gilt dasselbe: Maßgeblich sind Name, Masse und Chargennachweis, nicht die Bezeichnung im Angebot.

Forschungsstand: wo steht Retatrutide?

Neue Wirkstoffe durchlaufen mehrere Stufen: Laborversuche an Zellen und Tieren, dann klinische Studien der Phasen 1, 2 und 3 am Menschen, erst danach kann ein Hersteller die Zulassung beantragen. Retatrutide ist in diesem Ablauf weit fortgeschritten:

  • Phase 2: abgeschlossen, die Ergebnisse sind 2023 in einer Fachzeitschrift erschienen (Jastreboff et al.).
  • Phase 3: Eli Lilly führt mehrere Phase-3-Studien durch, darunter mehrere unter dem Namen TRIUMPH. Eine Phase-3-Studie ist bereits veröffentlicht. Weitere Ergebnisse, etwa aus TRIUMPH-1 im Mai 2026, hat das Unternehmen bisher nur per Mitteilung bekannt gegeben, die vollständigen begutachteten Veröffentlichungen stehen noch aus.
  • Studien in der EU: Eine der Phase-3-Studien (TRIUMPH-OUTCOMES) ist im EU-Studienregister CTIS eingetragen und läuft in 14 EU-Ländern, darunter Deutschland.

Studienergebnisse beschreiben wir hier bewusst nicht. Sie beziehen sich auf das Prüfpräparat des Entwicklers unter kontrollierten Studienbedingungen und sagen nichts über die Identität oder Qualität eines frei angebotenen Forschungsprodukts.

Ist Retatrutide in Deutschland zugelassen?

Nein. Retatrutide ist weder in Deutschland noch in der EU, im Vereinigten Königreich oder in den USA als Arzneimittel zugelassen. Laut Fachpresse war der Zulassungsantrag im Mai 2026 noch nicht eingereicht, eine Zulassung wird nicht vor 2027 erwartet.

Als Forschungschemikalie wird Retatrutide ausschließlich für Labor- und Analysezwecke angeboten. Es ist nicht zur Anwendung an Menschen oder Tieren bestimmt. Wie wir das Thema Rechtsstatus bei anderen Peptiden einordnen, zeigen CJC-1295: Status in Deutschland und Ipamorelin: rechtlicher Status.

Retatrutide als Forschungsmaterial: worauf du achten kannst

  • Chargenbezogenes Analysezertifikat: Reinheit per HPLC und Identität per Massenspektrometrie, mit Chargennummer und Datum. Wie du ein solches Dokument liest, erklärt Peptid-COA erklärt, die Methoden selbst HPLC und LC-MS bei Peptiden.
  • Chargennummer auf dem Fläschchen: Sie muss zum Zertifikat passen. Bei PeptidProfi siehst du die aktuelle Charge und ihren Analyse-Status auf der Seite Laboranalysen und auf der Produktseite Retatrutide.
  • Füllmenge und Aussehen: Als lyophilisiertes Pulver kann eine kleine Menge im Fläschchen unscheinbar wirken. Die Optik allein sagt nichts Verlässliches über Menge oder Qualität.
  • Lagerung des Pulvers: ungeöffnet kühl, trocken und lichtgeschützt, siehe Lagerung lyophilisierter Peptide.

Eine allgemeine Checkliste für jeden Anbieter findest du in Forschungspeptide kaufen: seriösen Shop erkennen. Weitere Peptide aus diesem Forschungsfeld stehen in der Kategorie Stoffwechsel.

Häufige Fragen

Was ist Retatrutide? Ein synthetisches Peptid von Eli Lilly, das an die Rezeptoren für GLP-1, GIP und Glukagon bindet. Es ist ein klinischer Prüfstoff in Phase 3.

Ist Retatrutide dasselbe wie GLP-3? „GLP-3“ ist nur ein Spitzname für Retatrutide. Ein Hormon oder eine Stoffklasse namens GLP-3 gibt es nicht.

Was bedeutet LY3437943? Das ist der Entwicklungsname, unter dem Eli Lilly Retatrutide in Studien und Registern führt.

Ist Retatrutide zugelassen? Nein, bisher von keiner Arzneimittelbehörde. Eine Zulassung wird frühestens 2027 erwartet.

Woran erkenne ich echtes Retatrutide als Forschungsmaterial? An einem chargenbezogenen Analysezertifikat mit passender Molekülmasse (ca. 4.731 Da) und einer Chargennummer, die mit dem Etikett übereinstimmt.

Quellen

Alle Produkte von PeptidProfi sind ausschließlich für Forschungszwecke bestimmt und nicht zur Anwendung am Menschen.

Nur für Forschungszwecke. Nicht zur Anwendung an Menschen oder Tieren bestimmt.

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